Im Universitätsspital der Nordwestschweiz bot der Digital Health Leadership Summit (DHLS) spannende Einblicke in wichtige Entwicklungen der Gesundheitsinformatik und bei digitalen Gesundheitslösungen. Veranstalter des Treffens war die Association of Health Information Management Executives (AHIME). Zum sechsten Mal organisierte dieser Gründerverein der Entscheiderfabrik den Austausch zwischen Innovatoren, Anwendenden und Entscheidenden. Im Fokus stand die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung in den deutschsprachigen Ländern und darüber hinaus.

Update zum Unispital Basel

Der Gastgeber Juri A. Toffol, Leitung Applikationsbetreuung, Bereich Digitalisierung & ICT am  Universitätsspital Basel, präsentierte das Spital in seiner Entwicklung. Im Jahr 1460 wurde in der Stadt am Rhein eine Universität gegründet – mit der ersten medizinischen Fakultät auf der Nordseite der Alpen. Heute ist das Spital eines von fünf medizinischen Universitätszentren der Schweiz und größter Gesundheitsversorger im Nordwesten des Landes.

In Basel geht man einen „neuen Digitalisierungsweg“, so Toffol. Ein hoher Stellenwert kommt dabei der zentralisierten klinischen Dokumentation zu, mit Sicht auf die jeweilige Patientin bzw. den jeweiligen Patienten. Durchgehende Arbeitsabläufe werden angestrebt, bis hin zur automatisierten Abbildung von Guidelines. Neue Ansätze für die elektronische Kommunikation sollen umgesetzt werden.

Länderspezifische Entwicklungen

Aktuelle Trends der Gesundheitsinformatik und digitale Gesundheitslösungen standen in Basel auf der Agenda – darunter die laufenden Projekte der Entscheiderfabrik, davon mehrere mit Beteiligung von DMI.

Die AHIME-Ländervertreter:innen stellten den Status der Digital Health in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor und ermöglichten Vergleiche zwischen ePA, EPD und ELGA. So ist das schweizerische elektronische Patientendossier zwingend für den stationären Sektor und alle ab 2022 zugelassene Arztpraxen. Im österreichischen Burgenland wird das mobile Campusnetz „Private 5G“ zum „Game Changer“. Die neue Infrastruktur ermöglicht Kommunikation auch im Fall der kompletten Isolation eines Krankenhausstandortes, erklärte der Experte Bernd Sadlo. Die Lösung ist für die mobile Anwendung konzipiert und vermeidet Abbrüche. Spannend ist ferner die 2025 eröffnete „AI Factory“ in Wien.

In Deutschland wurde der Zeitplan für die KHZG-Umsetzung angepasst. Weiterhin stellt hier die Finanzierung nach Ende der Förderung eine Herausforderung dar. Dass Prozesse durch IT-Hersteller vorgegeben werden, verhindert häufig das Heben der Mehrwertpotenziale der Digitalisierung.

Künstliche Intelligenz

Daten bilden die Basis für KI-generierte Mehrwerte: Eine Keynote beschrieb, wie die Verwendung modernster Technologien den Ressourceneinsatz verringern, die Prozessqualität erhöhen und Abläufe stabilisieren kann. Ein wichtiger Anwendungsfall ist hierbei die Kodierung und Abrechnung. Dass 97 Prozent der (wertvollen) Daten im Krankenhaus ungenutzt bleiben, weil sie nicht strukturiert bzw. leicht und interoperabel zugreifbar sind, zeigt den Handlungsbedarf: Erreichbar wird das Ziel interoperabler, integrer und verkehrsfähiger Daten durch die Initiative XQT von DMI.

Awards für Klinikmanagement und Start-ups

Der Pokal für die Klinikführung des Jahres 2025 ging an Katrin Weinhold, Leiterin der IT bei AMEOS. Diese Gruppe unterstreicht mit ihrem Engagement in zahlreichen Projekten den Nutzen der Entscheiderfabrik. – Den Wettbewerb um den Start-up- und Digitalisierungspreis des Ökosystems gewannen Fenjax (Platz 1), MediPulse (Platz 2) und anonetics (Platz 3).

Zum nächsten DHLS lädt AHIME am 9. und 10. Dezember 2026 nach Salzburg in die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) ein.

Der Pokal für die Klinikführung des Jahres 2025 ging an Katrin Weinhold. Sie leitet die IT der AMEOS-Gruppe.