Springen Sie zur Hauptnavigation

Springen Sie zum Hauptinhalt



Logo und Suche, Navigation Dauerpunkte


Logo DMI

Hauptnavigation 1. Ebene



Hauptnavigation 2. Ebene



Hauptinhalt


20.04.2012

Archivierung jetzt volldigital

Nach 45 Jahren stellt das DMI (Deutsches Mikrofilm Institut) die Langzeitarchivierung von Patientenakten von Mikrofilm auf WORM-Datenträger mit elektronischen Signaturen um

Die Gebäude der Verwaltung und der Dokumentenverarbeitung des DMI Dienstleistungszentrums in Leisnig

Christoph Schmelter

Schon beinahe ein halbes Jahrhundert lang bietet der Archivdienstleister aus Münster den Leistungserbringern die Sicherheit, dass auf ihre Patienteninformationen über die gesetzliche Frist hinaus, jeder Zeit sicher zugegriffen werden kann. In den letzten Jahren hat DMI Angebote entwickelt, die weit über diese Grundleistung hinausgehen. Der Markt nimmt diese neuen technologischen Ansätze an – und das erfolgreiche Unternehmen arbeitet an Lösungen, mit denen Krankenhäuser künftig weiteren Mehrwert aus ihren sicher digital vorgehaltenen Patientenarchiven generieren können. – Michael Reiter sprach mit DMI Geschäftsführer Christoph Schmelter über den Markt, über Technologien und Strategien.

ArchivAktiv: Wo liegen die Anfänge des DMI?

Christoph Schmelter:
Unser Familienunternehmen hat seinen Ursprung im Jahr 1939 als Fachgeschäft für Fotografie. Senior Reinhold Schmelter startete 1966 die sichere Archivierung von Patientenunterlagen über den vorgegebenen Zeitraum mittels Mikrofilm.

Wo steht das Unternehmen heute?

Schmelter:
Ich nenne einige Kennzahlen – wir sind an 35 Standorten mit 500 Mitarbeitern für mehr als 500 Krankenhauskunden in Deutschland aktiv. Jährlich verarbeiten wir 300 Millionen Belege, in unserem Sicherheitsarchiv halten wir Backups auf 300.000 Datenträgern vor. Jede fünfte Patientenakte wird durch DMI Services archiviert.

Wo sehen Sie die Gründe für die positive Entwicklung?

Schmelter:
Ich sehe die Innovationsbereitschaft des Unternehmens als wichtiges Kriterium für Erfolg. In den Krankenhäusern hat innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte die Verbreitung von IT deutlich zugenommen, was sich insbesondere an der Marktdurchdringung bei KIS und PACS zeigt; dies wirkt sich auch auf Dienstleister wie DMI aus. Die Akzeptanz neuer Technologien seitens der Krankenhauskunden und den Wunsch nach Mehrwerten im Zuge der Digitalisierung haben wir als klare Signale auch im Hinblick auf unser Angebot gewertet.

Welche Meilensteine haben technologisch den Markt und die Aktivitäten des DMI geprägt?

Schmelter:
Mit dem Einzug der EDV Mitte der 1980er-Jahre haben auch wir begonnen, IT einzusetzen – anfangs, um den Krankenhäusern eine inhaltliche Inventarisierung der archivierten Patientenunterlagen zur Verfügung zu stellen. Dann folgte die Einführung des Scannens der Dokumente. Etwa seit der Wende zum 21. Jahrhundert ist es auch möglich, die Akten zu digitalisieren. Im ersten Schritt stellten wir den Kunden Inhalte elektronisch für die Anwendung bereit. Noch jahrelang nutzte man allerdings Mikroverfilmung zur Sicherstellung der Langzeitarchivierung; in den vergangenen zwei Jahren haben wir die Ablösung des Mikrofilms durch die digitale Langzeitarchivierung vorbereitet. Die innovative Methode der Archivierung von Dokumenten auf WORM-Bändern mit personenbezogener Signatur und Zeitstempel setzt sich jetzt klar im Markt durch. Zusätzliche Informationen wie Farbe und Indexwerte zählen ebenso zu den Vorteilen der Herangehensweise wie die Möglichkeit, die Informationen den Auftraggebern rasch nach der Digitalisierung zur Verfügung zu stellen – auch zu einem späteren Zeitpunkt, etwa für Migrationsprozesse bei Veränderungen der IT-Infrastrukturen.

Wie steht es um Revisionssicherheit, Datenschutz und Datensicherheit?

Schmelter:
Unser digitales Langzeitarchiv ist revisionssicher; wir bieten die geforderten Signatur- bzw. Hashwerterneuerungsroutinen über die vorgegebenen Zeiträume als Dienstleistung an. Das erspart den IT-Abteilungen in den Krankenhäusern diesen großen Aufwand. Aufgrund der Verschlüsselung kann niemand bei DMI auf die Patienteninformationen zugreifen.

Wie geht man heute mit den Originalakten um?

Schmelter:
Der Normalfall ist, dass die Originalakten nach der Digitalisierung und Überführung in die revisionssichere Langzeitarchivierung vernichtet werden. Darüber entscheidet aber in jedem Fall das Krankenhaus.
Rechtsexperten haben eindeutig festgestellt, dass eine digitale Langzeitarchivierung im Vergleich zu Papier keine Nachteile vor Gericht bringt; auch Versicherer nehmen diese Position ein.

Wenn das Krankenhaus es wünscht, können ganze oder Teile von Patientenakten nach der Verarbeitung selektiert und zusätzlich zur digitalen Archivierung im Original aufbewahrt werden.

Dies ist beispielsweise für Studienakten eine gängige Praxis. Übrigens beteiligt sich DMI aktiv an Maßnahmen zur weiteren Optimierung der Rechtssicherheit: als Mitglied im Competence Center für die Elektronische Signatur im Gesundheitswesen (CCESigG) und als Kommentargeber zur entstehenden Richtlinie zum ersetzenden Scannen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Welche Optionen haben Krankenhäuser im Hinblick auf originär elektronische Patientendaten?

Schmelter:
Diese Daten können wir mit den ursprünglich papierbasierten Informationen integrieren. Das bedeutet, die Auftraggeber haben somit eine Zusammenstellung sämtlicher erzeugten Informationen zu einem Patienten in digitaler Form – was in den Abläufen deutliche Vorteile bringt. Die Krankenhäuser können so auch vermeiden, Papierausdrucke anzufertigen.

Wie reagieren die Krankenhäuser auf diese konkreten Angebote?

Schmelter:
Die Nachfrage ist sehr groß; mein Eindruck ist, dass dieser Lösungsansatz sich mittelfristig klar am Markt durchsetzen wird.

Welche weiteren Mehrwerte sehen Sie durch die Digitalisierung?

Schmelter:
Die integrierten elektronischen Patientenakten stellen einen enormen Fundus für zahlreiche Anwendungsbereiche dar. Denken Sie etwa an eine unterstützende Prüfung der Akten im Hinblick auf die Kodierung und die Zusammenarbeit mit dem MDK: Wenn ein Krankenhausverantwortlicher beispielsweise sicher sein kann, dass Akten keine Lücken enthalten, die zu Gesprächsbedarf mit Prüfern führen, ist das ein merklicher Mehrwert. Solche Prüfungen sind manuell oder künftig ggf. sogar automatisiert denkbar, auch mit Aspekten des Qualitätsmanagements. Ferner sehe ich im Kontext klinischer Studien attraktive Optionen.

Die Möglichkeiten gehen jedoch über solche Unterstützungsfunktionen für die administrative bzw. klinische Tagesarbeit weit hinaus. Ich denke hier etwa an Auswertungsmöglichkeiten pseudonymisierter Datenbestände für die Forschung.

(Michael Reiter)



Fußzeile, Wiederholung Navigation Dauerpunkte